Deutscher Computerspielpreis 2020

Es war mal wieder soweit. Der deutscher Computerspielpreis 2020 wurde heute Abend vergeben. In einer dreistündig digitalen Gala wurden Spiele in 15 Preiskategorien ausgezeichnet.
Seit 2009 werden die besten Spiele und Entwickler aus der deutschen Gaming-Branche ausgezeichnet. Sie erhalten Preise in Form von hohen Geldsummen oder undotierten Ehrungen, als Auswahlkriterien dienen dabei zum Beispiel Spielspaß, künstlerische Qualität, Innovation oder der pädagogische Wert der Spiele.
Die diesjährige Show wurde von Nino „Ninotaku“ Kerl und Barbara Schöneberger moderiert.

Kategorien / Gewinner

In der Kategorie „Bestes Familienspiel“ werden aus Deutschland stammende digitale Spiele prämiert, die sich insbesondere an Kinder und Jugendliche richten und digitalen Spielspaß in der Familie bieten und die eine Altersfreigabe der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) von höchstens 12 Jahren aufweisen oder erhalten.

Die Kategorie Bestes Familienspiel ist dotiert mit 75.000 Euro.

Die Nominierten:

  • Lost Ember (Mooneye Studios)
  • Through the Darkest of Times (Paintbucket Games / HandyGames)
  • Tilt Pack (Navel / Super.com) (Gewinner)

In der Kategorie „Bestes Serious Game“ wird das beste Serious Game aus Deutschland prämiert. Unter Serious Games versteht man digitale Spiele, die nicht primär oder ausschließlich der Unterhaltung dienen. Auszeichnungswürdig sind Spiele, die ein konkret definiertes charakterisierendes Ziel haben, zum Beispiel einen Lerneffekt, eine Verhaltungsänderung, einen Gesundheitseffekt oder spielerische Aufmerksamkeit für gesellschaftlich relevante Themen wie Religion, Sicherheit oder Energie. Mit dieser Kategorie können auch gelungene Beispiele von Gamification sowie von Technologietransfers aus der Computer- und Videospielindustrie in andere Bereiche von Wirtschaft, Industrie oder Gesellschaft prämiert werden.

Die Kategorie Bestes Serious Game ist dotiert mit 30.000 Euro.

Die Nominierten:

  • Kleine Löschmeister (Daedalic Entertainment Bavaria / Versicherungskammer Bayern)
  • Tapestories (Pop Rocket Labs / PETA Deutschland e.V.)
  • Through the Darkest of Times (Paintbucket Games / HandyGames) (Gewinner)

Mit der Kategorie „Beste Innovation und Technologie“ wird die beste in der Computer- und Videospielindustrie eingesetzte Hardware- oder Softwaretechnologie Made in Germany prämiert. Dies kann z. B. ein besonderes Verfahren, eine spezielle Games-Technologie (Middleware) oder ein besonderes Steuerungssystem sein. Auszeichnungswürdig sind wegweisende Neuerungen aus Deutschland, die die Innovationskraft der Computer- und Videospielindustrie belegen. Preisträger können beispielsweise auch Forschungseinrichtungen oder Industrieunternehmen sein.

Einreichungen, die keine digitalen Spiele sind, müssen einen klaren Bezug zu digitalen Spielen aufweisen und im bemusterungsfähigen Zustand bzw. mit ausreichender Dokumentation eingereicht werden. Einreichungen in dieser Kategorie sollten durch aussagekräftige Beschreibung ihrer innovativen Aspekte ausreichend begründet werden.

Die Kategorie Beste Innovation und Technologie ist dotiert mit 30.000 Euro.

Die Nominierten:

  • Blautopf VR (Pixelcloud, TELLUX Next / Südwestrundfunk SWR, TELLUX Next)
  • Lonely Mountains: Downhill (Megagon Industries / Thunderful Publishing) (Gewinner)
  • Pingunauten Trainer (Lehrstuhl für Medieninformatik, Universität Duisburg-Essen)

In der Kategorie Nachwuchspreise werden die besten aus Deutschland stammenden Debütspiele „Bestes Debüt“ prämiert. Als „Bestes Debüt“ werden der/das digitalen Spiele eines Entwicklers oder Entwicklerteams ausgezeichnet, die erstmals ein relevantes Spiel auf den Markt gebracht hat/haben oder dessen/deren Spiel bis zum Tag der Preisvergabe im Sinne der Regeln des Preises veröffentlicht wird und im Sinne der Preiskriterien (siehe I.) auszeichnungswürdig ist. Das Spiel muss nicht das allererste Spiel des Entwicklerteams sein.

Die Kategorie Bestes Debüt ist dotiert mit 40.000 Euro.

Die Nominierten:

  • Avorion (Boxelware)
  • Lonely Mountains: Downhill (Megagon Industries / Thunderful Publishing)
  • The Longing (Studio Seufz / Application Systems Heidelberg) (Gewinner)

In der Kategorie Nachwuchspreise werden die besten aus Deutschland stammenden „Nachwuchspreis: Bester Prototyp“ prämiert. Das digitale Spiel, das zum „Nachwuchspreis: Bester Prototyp“ eingereicht wird, darf bis zur Preisverleihung nicht veröffentlicht sein und nicht als fertiges Spiel gleichzeitig in einer anderen Kategorie eingereicht werden. Preisträger für den „Nachwuchspreis: Bester Prototyp“ sind beispielsweise Schüler und Studenten.

Die Kategorie Bestes Debüt ist dotiert mit 35.000 Euro für den besten Prototypen und jeweils 20.000 Euro für vier weitere Nominierte.

Die Nominierten:

  • Couch Monsters (Laurin Grossmann, John Kees, Marie Maslofski, Dennis Oprisa, Luca Storz, Jaqueline Vintonjek – HTW Berlin) (Gewinner)
  • Echoes of Etrya (Nik Douglas, Sylvia Exner, Lisa Günther, Robin Hentschel, Silvan Koch, Pia Krensel, Jacob Menz, Melina Stratmann, Soren Wagner – S4G School for Games)
  • Prim (Oskar Alvarado, Bryan Atkinson, Jonas Fisch, Florian Genal, Michael Kenny, Maria Pendolino, Sascha Schneider – CMMN CLRS)
  • Sonority (Franca Bittner, Marvin Clauß, Nadine Harter, Şahin Kablan, Madeline Reinaldo Mendoza, Lisa Nonnemacher, Clemens Sandner, Alice Schlotterbeck, Elisa Schorrig, Willi Schorrig, Vladyslav Trutniev – HDM Stuttgart)
  • Wild Woods (Nadja Clauberg, Moritz Heinemeyer, Johannes Kutsch, Eric Massenberg, Marcus Meiburg – HAW Hamburg)

In der Kategorie „Bestes Gamedesign“ wird das beste aus Deutschland stammende Spieldesign prämiert. Unter Spieldesign werden die Konzeption und Umsetzung einer Spielvision, des Ablaufs des Spiels sowie von Spielregeln und -mechanismen verstanden, die zusammen das Spielerlebnis ergeben.

Die Kategorie Bestes Gamedesign ist dotiert mit 30.000 Euro.

Die Nominierten:

  • Anno 1800 (Ubisoft Mainz / Ubisoft) (Gewinner)
  • Spellforce 3: Soul Harvest (Grimlore Games / THQ Nordic)
  • The Surge 2 (Deck13 / Focus Home Interactive)

In der Kategorie „Beste Spielewelt und Ästhetik“ werden herausragende kreative Leistungen insbesondere im Bereich Sound, Artwork und künstlerische Leistung in einem aus Deutschland stammenden digitalen Spiel prämiert.

Die Kategorie Beste Spielewelt und Ästhetik ist dotiert mit 30.000 Euro.

Die Nominierten:

  • Lost Ember (Mooneye Studios)
  • Sea of Solitude (Jo-Mei / Electronic Arts) (Gewinner)
  • The Longing (Studio Seufz / Application Systems Heidelberg)

In dieser Kategorie „Bestes Expertenspiel“ wird das besondere digitale Spiel aus Deutschland gewürdigt, das spezielle Zielgruppen und Interessensgebiete anspricht, ungewöhnliche Spielkonzepte umsetzt oder in Teilmärkten herausragend erfolgreich ist. Insbesondere sollen Simulationen, Strategiespiele und andere komplexe digitale Spiele hier ausgezeichnet werden.

Die Kategorie Bestes Expertenspiel ist dotiert mit 30.000 Euro.

Die Nominierten:

  • Anno 1800 (Ubisoft Mainz / Ubisoft)
  • Avorion (Boxelware) (Gewinner)
  • The Longing (Studio Seufz / Application Systems Heidelberg)

In der Kategorie „Bestes Internationales Spiel“ wird das beste internationale Spiel prämiert – unabhängig von der Zielgruppe, dem Genre und der Spieleplattform. In dieser Kategorie kann auch der Erfolg eines Spiels bei den Spielern als Beleg seiner Qualität berück-sichtigt werden.

Diese Kategorie ist undotiert.

Die Nominierten:

  • Apex Legends (Electronic Arts) (Gewinner)
  • Dreams (Media Molecule / Sony Interactive Entertainment)
  • Unrailed! (Indoor Astronaut / Daedalic Entertainment)

In der Kategorie „Bestes Mobiles Spiel“ wird das beste aus Deutschland stammende Spiel für mobile Endgeräte (insbesondere Mobiltelefone, Smartphone, Tablet-Computer, Handheld-Konsolen) prämiert.

Die Kategorie Bestes Mobiles Spiel ist dotiert mit 30.000 Euro

Die Nominierten:

  • Arbo (It Matters Games)
  • Song of Bloom (Kamibox) (Gewinner)
  • Stranded Sails (Lemonbomb Entertainment / Rokaplay)

Mit dem Preis für das „Beste Studio“ werden explizit die Kreativen hinter den Spielen prämiert und in den Mittelpunkt gestellt. Das beste Entwicklungsstudio überzeugt insbesondere durch seine Spiele – aber auch (Team-)Erfolge, das Engagement des Studios insgesamt oder eine besondere Studio-Leistung sollen gewürdigt werden.

Die Kategorie Bestes Studio ist dotiert mit 30.000 Euro.

Die Nominierten:

  • Deck 13 Interactive (Frankfurt am Main)
  • Mooneye Studios (Hamburg)
  • Yager Development (Berlin)  (Gewinner)

Mit dem Publikumspreis werden internationale Spiele ausgezeichnet, die im Rahmen eines öffentlich kommunizierten Abstimmungsprozesses vom Publikum der Computer- und Videospiele gewählt wurden. Es handelt sich daher um eine Kategorie, die die Wünsche und Vorlieben des Publikums wiederspiegelt.

Diese Kategorie ist undotiert.

Der Gewinner wurde vom 27. März bis zum 23. April 2020 per Online-Voting auf www.deutscher-computerspielpreis.de/publikumspreis bestimmt.

Gewinner: The Witcher 3 (CD Projekt Red)

Mit dem undotierten Preis „Spielerin/Spieler des Jahres“ werden eSportler, Let’s Player oder (einfache) Spieler ausgezeichnet, die sich mit besonderen Leistungen hervorgetan haben. Dies kann eine spielerische Leistung, aber auch ein Engagement für das Medium Games, die Community oder die Gesellschaft insgesamt sein. Eindeutige Bezüge zu Computer- und Videospielen müssen in jedem Fall gegeben sein.

Die Nominierten:

  • Gob b (Fatih Dayik) (Gewinner)
  • GameTube (Daniel Feith, Martin Le, Michael Obermeier und Christian Schneider)
  • MoAuba (Mohammed Harkous)

Mit dem „Sonderpreis der Jury“ kann die Jury eine Persönlichkeit, eine Institution, ein Unternehmen, einen Event oder Ähnliches auszeichnen, die oder das sich in besonderem Maße um Computer- und Videospiele oder die Computer- und Videospielindustrie verdient gemacht hat.

Diese Kategorie ist undotiert.

Keine Nominierungen. Mögliche Gewinner in dieser Kategorie werden am 27. April 2020 bekanntgegeben.

Gewinner: Foldit (University of Washington)

In der Kategorie „Bestes Internationales Spiel“ wird das beste internationale Spiel prämiert – unabhängig von der Zielgruppe, dem Genre und der Spieleplattform. In dieser Kategorie kann auch der Erfolg eines Spiels bei den Spielern als Beleg seiner Qualität berück-sichtigt werden.

Diese Kategorie ist undotiert.

Die Nominierten:

  • Apex Legends (Electronic Arts)
  • Star Wars Jedi: Fallen Order (Electronic Arts) (Gewinner)
  • The Outer Worlds (Obsidian Entertainment / Private Division)

In der Kategorie Bestes Deutsches Spiel wird das beste aus Deutschland stammende Spiel prämiert – unabhängig von der Zielgruppe, dem Genre und der Spieleplattform.

Die Kategorie Bestes Deutsches Spiel ist dotiert mit 100.000 Euro für das Gewinnerspiel und jeweils 25.000 Euro für die weiteren Nominierten.

Die Nominierten:

  • Anno 1800 (Ubisoft Mainz / Ubisoft) (Gewinner)
  • Sea of Solitude (Jo-Mei / Electronic Arts)
  • Through the Darkest of Times (Paintbucket Games / HandyGames)

Die Jury

Die Sieger der meisten Kategorien des DCP 2020 werden in einem zweistufigen System ermittelt. Zunächst beraten zwölf Fachjurys über die Nominierungen in allen Kategorien, bevor die Hauptjury aus diesen Nominierungen die Gewinner kürt. In den Kategorien „Bestes Deutsches Spiel“ und „Sonderpreis der Jury“ ermittelt die Hauptjury die Gewinner aus der Gesamtheit aller eingereichten Spiele / Sonderpreis-Anwärter. Die Fachjurys können jedoch Empfehlungen für diese Kategorien aussprechen. Jeweils zwei Mitglieder jeder Fachjury sitzen gleichzeitig auch in der Hauptjury, die aus bis zu 40 Personen besteht. Die Hauptjury entscheidet über die abschließende Preisvergabe. Der „Publikumspreis“ wird durch die Spielerinnen und Spieler per Online-Voting ermittelt.

Die Jury des DCP 2020 setzt sich aus folgenden Fach- und Hauptjurymitgliedern zusammen:

Juryvorsitzender ist Olaf Zimmermann.

Dr. Bettina Albert
Kalypso


Melek Balgün
Melek Balgün Event- und Messebetreuung

 
Sören Bartol MdB
Deutscher Bundestag
 
Thomas Bedenk
bedenk.de/sign
 
Bernd Beyreuther
Softgames
 
Marc Biadacz MdB
Deutscher Bundestag
 
Valentina Birke
Initiative Creative Gaming e.V.
 
Sarah Buric
WDR / 1LIVE
 
Patricia Cammarata
dasnuf.de
 
John Cutter
Wooga
 
Thi Detert
InnoGames
 
Riad Djemili
Maschinen-Mensch
 
Timo Dries
Fox and Sheep
 
Melanie Eilert
meilert.net
 
Stefanie Enge
Ubisoft Berlin
 
Lena Falkenhagen
falkenhagen.de
 
Noemi Feller
Gameforge
 
Lena Fischer
WERK1.Bayern GmbH
 
Adrian Goersch
Black Forest Games
 
Maxi Gräff
Microsoft Deutschland GmbH
 
Rae Grimm
GamePro
 
Juan S. Guse
Autor
 
Michael Haenisch
Freaks4U
 
Jonas Hartmann
Kolibri Games
 
Leander Haußmann
Regisseur
 
Prof. Dr. Dirk Heckmann
Technische Universität München, TUM School of Governance | Fakultät für Informatik
 
Valentina Hirsch
ZDF
 
Miriam Kasteleiner
King
 
Florian Köhne
btf GmbH
 
Prof. Dr. Jochen Koubek
Universität Bayreuth
 
Marius Lauer
Rock It Science Entertainment
 
Dominik Lauf
Deutsche Telekom AG
 
Hendrik Lesser
remote control productions
 
Jörg Mackensen
toneworx
 
Prof. Dr. Jörg Müller-Lietzkow
HafenCity Universität Hamburg (HCU)
 
Tobias Nowak
Kollege Gamer
 
Jan Oetjen
United Internet AG
 
Evelyn Palla
DB Fernverkehr AG
 
Jennifer Pankratz
Piranha Bytes
 
Hendrik Peeters
Tivola Games GmbH
 
Claudia Reinhard
FAZ Feuilleton & ARTEInfo
 
Jana Reinhardt
Ratking
 
Marcus Richter
richter.fm
 
Kai Rosenkranz
selbst. Komponist & Sound Designer
 
Philipp Schellbach
YAGER
 
Linda Scholz
FJMK NRW
 
Lara Schulze
Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle
 
Prof. Dr. Angela Schwarz
Universität Siegen
 
Manouchehr Shamsrizi
gamelab.berlin der Humboldt-Universität
 
Timo Siep
B360 eSports
 
Peter Smits
PietSmiet UG & Co. KG
 
Martin Steinicke
HTW Berlin
 
Stephan Steininger
GamesMarkt
 
Jan Theysen
KING Art
 
Patricia von Halle
ESL
 
Michel Wacker
Gentle Troll Entertainment GmbH
 
Axel Weidemann
Frankfurter Allgemeine Zeitung
 
Katharina Weiß
SilentFuture
 
Jenni Wergin
Medienboard Berlin-Brandenburg
 
Boris Zander
seal Media GmbH
 
Karina Ziminaite
G2 Esports
 
Olaf Zimmermann
Deutscher Kulturrat